Digital,  Randbemerkungen

Weißabgleich ohne Weiß

Zwischendurch ein kleiner Schnappschuss aus dem Tagesgeschäft, aus einer Serie von Reproduktionen (nicht meine eigene Kunst, daher ist das Bild ein bisschen kleiner): Was passiert eigentlich, wenn die Kamera für den automatischen Weißabgleich überhaupt kein Weiß, sondern nur kräftige Farben im Bild vorfindet? Das hier (Pfeil)

Serie von Repros mit stark abweichender Farbabstimmung

ist natürlich dieselbe Graukarte wie bei den übrigen sieben Bildern, aber die komplette Abwesenheit von Papierton innerhalb des Motivs hat die Kamera-Automatik völlig aus der Bahn geworfen.

Gut, genau dafür kommt die Graukarte ja mit ins Bild: damit ich nachher im Raw-Konverter eine Referenzfläche habe, die ich per Pipette neutralisieren kann. Trotzdem hätte ich nicht erwartet, dass eine ziemlich moderne Kamera noch so weit danebenliegen kann bei der Weißbalance. Nach allem, was man über Künstliche Intelligenz so hört, müsste die Knipse sich doch sagen, hey, ich hab mich vom Stativ nicht wegbewegt, das ist dasselbe Setting wie vorher und hinterher, also ist es auch die gleiche Beleuchtung …

4 Comments

  • siebbi

    Also wäre die Kamera von google oder apple würde ich solche KI auch fast erwarten. Sonst aber nicht. Noch.

    • cwoehrl

      Eben – grade wenn man sieht, wie gut die neueren Handys gerade besagter Firmen inzwischen darin sind, z.B. Schärfentiefe wegzurechnen und Portraits freizustellen, scheinen die Fähigkeiten der Motiverkennung schon recht ausgefeilt zu sein. Aber gut, solche Repros sind auch keine typischen Motive, an denen die Mustererkennung vieltausendfach üben könnte …

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