Digital,  Randbemerkungen

Kunst der Goethezeit

Ein bisschen was Heiteres zum Wochenende …

Kleinwagen mit lustig-modernem Design vor Antiquitätengeschäft

Diesen Schnappschuss aus dem Sommer – könnte in Göttingen gewesen sein – habe ich grade auf dem Handy gefunden. Ungefähr zehn Monate, nachdem ich das Gerät übernommen habe (wusste ich nicht auswendig, aber ich konnte es im Archiv herausfinden), ist mir heute doch mal eingefallen, nachzuschauen, was sich dort so an Bildern angesammelt hat. Es waren ungefähr drei Dutzend – oder in meiner Rechnung genau ein Film 🙂

Aber auch wenn das nicht nach exzessiver Nutzung klingt, muss ich doch einräumen: Bilder machen kann man mit dem iPhone tatsächlich besser als mit der Nokia-Banane.

Dafür kann man mit dem 8110 besser telefonieren – zumindest wenn man wie ich zum Wählen lieber ein Tastenfeld benutzt als eine Favoriten-Liste oder eine sprachgesteuerte Assistentin. Die Zifferneingabe gehört nämlich zu den Dingen, die beim iPhone völlig dysfunktional gestaltet sind; vermutlich benutzen die UI-Designer das selbst nicht und machen sich entsprechend überhaupt keine Gedanken über die Usability.

Blöd 1: Die Tonwahl lässt sich nicht separat ausschalten, sondern nur, indem man das Telefon komplett stummschaltet (aber das vergesse ich dann gern und wundere mich später, den nächsten Anruf nicht gehört zu haben). Und Tonwahl hab ich zuletzt in den frühen Neunzigern benötigt, nämlich zur Fernabfrage des analogen Anrufbeantworters (erinnert sich jemand?) – das nervt bloß die Umgebung und ist nicht sehr privatsphären-freundlich, weil man ja hören kann, welche Nummer ich wähle.

Blöd 2: Jedes andere Telefon, das ich in den letzten 30 Jahren benutzt habe, schlug mir nach Eintippen der ersten drei, vier Vorwahlziffern passende Einträge aus dem Adressbuch vor. Nur das iPhone denkt gar nicht dran, sondern bestätigt erst, wenn die Nummer komplett gewählt ist, dass ich sie richtig getippt habe. Aber wahrscheinlich ist das auch gar kein Fehler, sondern die integrierte BrainTrainer-App?

Blöd 3 (aber das ist nichts Ziffernblock-Spezifisches, also eher bonusblöd): Man kann dem Gerät partout nicht beibringen, keine Anrufliste zu speichern, aber ich denke halt auch nicht nach jedem Telefonat dran, den Speicher zu löschen. Und Nummern, die im Speicher sind, ruft das iPhone leidenschaftlich gern selbstständig an, wenn es in der Tasche steckt und dabei nur im Standby, aber nicht ausgeschaltet ist. Es waren etliche Male, die ich im letzten halben Jahr Kunden oder Kolleginnen an der Strippe hatte, die fragten, was ich denn vorhin wollte, als ich angerufen, aber nichts gesagt habe. (Ich seh grade, dass das Phänomen in der englischen Wikipedia seinen eigenen Eintrag hat.) Deshalb steckt es möglichst nicht mehr in der Tasche, sondern liegt in der Regel irgendwo rum; und dann ist es halt blöd, wenn ich vorher den Ton ausschalten musste.

Jedenfalls denk ich halt schon drüber nach, ob ich, wenn sich die Pandemie noch länger hält, vielleicht doch mal ein anderes Handy haben sollte, auf dem sich die Warn-App installieren lässt (ein sieben Jahre altes Gerät ist dafür schon zu alt, tststs). Aber dann muss es bitte ein Telefon sein, mit dem ich auch telefonieren kann und nicht nur fotografieren …

8 Comments

  • Mathilda

    Mein Mann hat ein Iphone6, das wollte er aber, da es klein ist und in die Hosentasche passt.
    Leider kann er die Corona Warn App darauf nicht installieren. Mir wäre es aber lieber, wenn er sich ein anderes Handy zulegen würde…da ist er aber eigen…

    • cwoehrl

      Ach, dann ist wohl das 6 die letzte Generation, auf der es nicht funktioniert – min Fru hat ein 6s und die App installiert. – Ich mag diese Größe ja auch viel lieber als so ein Tablet am Ohr, aber das ist momentan offensichtlich Minderheitengeschmack 🙂

  • Thomas_U

    Ich habe dazu eine Reihe von Anmerkungen, würde aber ein kleines Telefonat in den nächsten Tagen vorziehen.

    Ich wünsche Dir und Deiner Familie noch einen schönen Sonntag.

  • kopfundgestalt

    Das hatte ich noch nie, das „Selbstständigtelefonieren“. Aber ähnlich gelagerte „Fehlleistungen“ hörte ich von anderen.
    Mein SAMSUNG macht gute Aufnahmen, so wie dein Foto oben. All die Lumixe, die ich noch habe, kommen da nicht ran.

    • cwoehrl

      Dass die neueren Telefone das so gut können, dürfte daran liegen, dass sie viel leistungsstärkere Prozessoren eingebaut haben als normale Kameras. Und meist sind ja nur eine oder mehrere Festbrennweiten verbaut, keine Zooms mit komplexen optischen Eigenschaften, und dann kann man nahezu alles, was an Bildfehlern anfällt, per Software rausrechnen. Dat is quasi wie Shiften in Photoshop – heftig geschummelt, aber solange es nicht auffällt … 🙂

      • kopfundgestalt

        Ich habe ja vor einem Jahr eine DMC-TZ101 von meiner Frau geschenkt bekommen. Das einzige, wozu sie mir nützlich ist, sind ihre Sonderfunktionen. Wenn ich in der Natur unterwegs bin und meine schwere Makro-Kamera nicht mitnehmen mag, dann nehme ich das Handy mit.

        • cwoehrl

          Was eine TZ101 ist, musste ich jetzt nachschlagen – aber den separaten Sucher und relativ langen Zoombereich hätte ich tatsächlich als die zwei Hauptargumente genannt, wofür man noch eine Kompaktkamera statt des Handys nehmen würde. Warum heute überhaupt noch einfache Dreifachzoom-Kameras im Elektromarkt rumstehen, ist mir ein Rätsel.

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