Digital,  Randbemerkungen

Sonntagsnotizen (mit und ohne Fahrrad)

Der König ist tot: Beim Rennradfahren mit meinem Sohn gelten andere Regeln als allein – da wird geheizt, bis die Wade qualmt. Erster Stopp heute nach knapp 30 Kilometern, für die wir rund eine Stunde gebraucht haben:

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Schloss Wotersen mit Pracht-Kastanie

Auf dem Weg dahin der Spruch des Tages: Lang­gezogene, leicht ansteigende Straße, ich fand mich vorn mit gut 30km/h schon nicht schlecht, als mein über­motivierter Spross wie der Blitz an mir vorbeizog. Ich blieb mit zusammen­gebissenen Zähnen an ihm dran, irgendwann grinste er mich an und sagte: „Ich kann noch schneller.“ Ich, auf dem letzten Loch: „Ich nicht.“ Und er: „Tja, kannst ja nicht ewig King of the Mountain bleiben.“

Für den Rest der gut 85 Kilometer (Landkartenansicht) haben wir dann aber das Tempo ein bisschen raus­genommen, so dass der Gesamt­schnitt unter 25km/h blieb, wenn wir auch deutlich weniger brauchten als die von Google angegebene Zeit. Ging insgesamt leichter als vorigen Sonntag; vielleicht komme ich ja wieder in Übung … Aber meine Zeit als King of the Mountain (als ich am Berg fast niemanden an mir vorbeiließ, und mit Berg meine ich BERG) dürfte wirklich passé sein, seufz.

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Lesetipp Folklore-GAU: Lang her ist auch die Hochphase der Netz­sperren-Diskus­sionen, genauer rund elf Jahre. Damals war ich ja eine Zeit lang mittendrin, nicht mehr ganz jung, aber noch dumm genug, das Internet cool zu finden, wie ich heute boshaft sagen würde … Jedenfalls lässt sich beim Blick zurück festhalten: Mit diesem Artikel über die Methoden-­(und in gewisser Weise auch Motiva­tions-)­verwandt­schaft zwischen Netz­aktivisten und Corona-Verschwörungs­mythologen trifft Sven Türpe leider ins Schwarze. Ein bisschen Wach­samkeit beim Blick auf die Demo­kratie und ihre Gefähr­dungen ist nie verkehrt, aber wenn der Grundrechte-Holzhammer allzu leicht­fertig geschwungen wird, sollte ebenfalls Skepsis angebracht sein.

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Bankraub: Noch einmal zurück zur Radtour heute. Ich sagte zum Filius, „Lass uns mal noch bis kurz vor Linau weiterfahren für die letzte Kekspause.“ Schließlich wusste ich, da steht eine Bank mit prima Blick in die Feucht­niederung, Kraniche oder Rehe sieht man da eigentlich immer. Kraniche waren heute auch drei da. Die Bank aber nicht mehr.
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Ja Herrschaftszeiten, gibt’s denn gar keine Konstanten mehr auf der Welt?

17 Comments

  • Bert

    Fragst sich, wie alt ist denn der Filius? Da gibt es so ein Alter, da hat man einfach echt die schlechteren Karten.
    Andererseits – such mal in deiner Umgegung oder hier Menschen, die mal am Sonntag locker 85 km (und es waren mehr) abstrampeln.
    Die Wahl der Verleichgsgruppen ist entscheidend.

    • Christian W.

      18 ist er und trotz körperlich anstrengender Ausbildung mit reichlich überschüssiger Energie ausgestattet … Da passt das wohl mit den schlechteren Karten 🙂

      (Mag auch stimmen mit der Vergleichsgruppe, aber wir kennen halt einige, sowohl in seiner wie meiner Altersgruppe, die kein Problem mit 250+ km am Tag haben. An unserem Dorf führt neuerdings auch die Jedermänner-Strecke des Cyclassics-Weltcuprennens vorbei, und da flitzen buchstäblich Tausende durch.)

      • Bert

        lass ihn 23 werden, dann hast du nicht mal die chance mehr auf einen stich (ist mir jetzt so gegangen mit meinem „adoptivsohn“.
        ich empfehl hier mal eine umfragen zu machen, wer letzten mal 250 km gefharen ist. ich war ne zeit wirklich auf dem rad ‚fit‘. aber mehr als 100 nieeeee geschafft.

  • derbaum

    nö, ich gehöre zu keiner fahradfilterblase. obwohl ich (seit unserem ausflug letztes jahr) heute zum ersten mal wieder gerdalt bin – ca. 300m auf arbeit! ich bin so stolz!

    • Christian W.

      tja, ich glaube, man kann sich für noch so geistig flexibel halten, aber ein paar Fixpunkte braucht man einfach …

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